Bischof Ralf Flore kam am Mittwoch, den 12. September 2012 in Begleitung der Bezirksämter nach Köln Nord, um den Abendgottesdienst für die Gemeinde zu halten.
Die wahre Freiheit“ war das zentrale Thema der Predigt …..
„Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.“
Dieses Bilbelwort aus Johannes 8,36 verwendete Bischof Flore als Grundlage für den Gottesdienst.
Das Chorlied „Wohl mir das ich Jesum habe“ warf zunächst die Fragen auf: Wer ist Jesus eigentlich und kenne ich ihn wirklich? Ist mir bewusst, dass Jesus alles tut, um mit mir ganz persönlich auf ewig vereint zu sein? Dass er will, dass ich sicher am Glaubensziel ankomme? Erkenne ich auch den Vater in seinem Wort in jedem Gottesdienst? Weiß ich, dass alles, was er geschaffen hat, vergehen wird, aber sein Wort ewig ist? Was ist mir diese Erkenntnis wert und bin ich bereit, mich von Dingen, die mich binden, zu lösen?
Jesus kennt das irdische Leben sehr wohl und weiß um alles, was binden kann. Und jeder, der in irgendeiner Form gebunden ist, hat das Bestreben, frei zu sein. Die Sehnsucht nach Freiheit kann im Einzelnen sehr unterschiedlich sein. Für junge Menschen bedeutet Freiheit oft schon 18 zu sein oder die Unabhängigkeit vom Elternhaus. Andere sehen ihre Freiheit darin, sich schöne Dinge leisten zu können. Wieder andere glauben von sich, das Maß aller Dinge zu sein, und nehmen sich die Freiheit, über andere zu bestimmen. Freiheit kann auch bedeuten, durch Medikamente für eine Zeit von Schmerzen befreit zu sein.
Adam und Eva besaßen im Paradies eine Freiheit, wie wir sie uns kaum vorstellen können. Doch Satan suggerierte ihnen, Gott würde Adam und Eva durch das Verbot vom Baum des Lebens zu essen, in Wirklichkeit die Freiheit nehmen, so zu sein wie er ist. Satan verführte sie zur Sünde, trennte sie damit von Gott und nahm ihnen so ihre Freiheit. Erst die Vergebung durch den Gottessohn macht wieder frei von der Abhängigkeit der Sünde. Gott richtet seinen Blick in die Zukunft und weist auf Sünden hin, die vor unserer Türe ruhen und uns verführen und binden wollen. „Lieblingssünden“ beispielsweise: Dinge , die wir immer wieder trotz schlechten Gewissens tun. Oder Gefangener seines Zorns zu sein, der zu unbedachter Kritik, Vorurteilen und Ungerechtigkeit führen kann. Reichtum und Wohlstand, die die Gefahr bergen, dass der Focus darauf so fest wird, dass alles andere an Bedeutung verliert. Sorgen und Schmerzen, die so groß werden könnten, dass sie uns den Blick für Gottes Werk verstellen. Gott macht uns die Sünden bewusst, damit wir über sie herrschen können. Befreiung aus der Bindung der Sünde schaffen drei Dinge:
Die Annahme des Wortes Gottes ohne Vorbehalt. Sich ehrlich mit der Frage auseinander zu setzen, was er mir im Gottesdienst sagen will.
Das Abendmahl. Es bringt Befreiung. In seiner bewussten Aufnahme nehmen wir einen Teil des Wesen Jesu in uns auf.
Der Heilige Geist. Geben wir ihm mehr Raum in uns, führt er in die Freiheit des Sohnes Gottes.
Jesus zu haben ist unsere höchste Freiheit und er ist unser größtes Vermögen. Alle irdischen Güter, Wünsche, Begierden und auch Sorgen müssen wir ihm unterordnen. Wir haben den freien Willen, dies immer wieder zu tun und uns für Gott zu entscheiden und unsere freien Gedanken auf ihn zu lenken, um uns von Bindungen zu lösen.
Richten wir in der Sündenvergebung unseren Blick ganz und gar auf uns selbst, erkennen wir unsere Selbstgefälligkeit. Bitten wir dann um Gnade, macht uns Jesus wirklich frei.
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