Was haben kunterbunte Trikots mit dem christlichen Glauben zu tun? Im Familien-Gottesdienst am 20. Juni 2021 gab es darauf eine Menge Antworten von Groß und Klein.
Passend zur gerade laufenden EM erschienen Kinder, Eltern und Lehrkräfte in farbigen Sportshirts. Stillsitzen war an diesem Sonntag Nachmittag ohnehin eher die Ausnahme. Schon vor Beginn des Eingangslieds übte die junge Gemeinde das „Unser Vater“ mit anschaulichen Bewegungen. Statt gemeinsamer Lieder, die pandemiebedingt nicht möglich waren, ertönten muntere Klavierklänge, auch aus den Reihen der Kinder.
Die so bereits entstandene fröhliche Dynamik durchzog danach alle Wort- und Musikbeiträge. Vorsteher Martin Moog – von Amts wegen einer der wenigen Teilnehmenden ohne Fußballhemd – predigte anhand der Bibelstelle aus Johannes 17,20.21 zum Thema „Einssein in der Kirche Christi“.
Wie sich die Verbindung untereinander anfühlen kann, erlebten Jung und Alt mit Hilfe eines Wollknäuels. Wer ein Stück vom Faden in der Hand hielt, gab oder warf „den Ball“ zu einem anderen Kind oder Erwachsenen. Schließlich waren alle über dasselbe Band vereint. „Keiner ist allein – jeder darf dazu gehören“ kommentierte der Dienstleiter und mit Blick auf die Gemeinschaft in der Kirche.
Mit dem pantomimisch begleiteten Lied „Gemeinsam unterwegs, Schritt für Schritt“ wurde der nächste Predigtteil eingeleitet. Hier standen die unterschiedlichen Trikots im Mittelpunkt. Einssein bedeute ja nicht, dass alle gleich sein müssten. Wie am Leib (Christi) unterschiedliche Aufgaben nötig würden, sei es auch in der Gemeinde erforderlich, dass alle ihre verschiedenen Gaben einsetzen. Wichtig sei, darauf zu achten, dass es allen gut gehe. Andernfalls leide das gesamte Team.
Ein dritter thematischer Schwerpunkt lag auf dem Appell, als Christen sichtbare Zeichen zu setzen. Zum Beispiel müsse man nicht mitmachen, wenn jemand ausgegrenzt wird. Ein Signal, dass man nicht mit der Hunger oder Armut in der Welt einverstanden ist, könne auch sein, selbst keine Lebensmittel zu verschwenden und keinen Müll zu hinterlassen.
Ein mit Händen zu greifendes Zeichen erhielten die Gottesdienst-Teilnehmenden mit einem Armbändchen, das die gemeinsame Zugehörigkeit symbolisierte. In sonnengelber Schrift ließ sich darauf lesen: „Ich bin dabei. Gott“.
Eine weitere sichtbare Botschaft vermittelte eine kurz vorher gebildete Gruppe aus Schulkindern. Sie lasen abwechselnd einige Psalmverse, woraufhin das Publikum mit sprechenden Bewegungen in den Refrain „Ein Glück, mein Gott, dass ich bei Dir geborgen bin“ einstimmte.
Derart gut aufgewärmt beteten die lebhaften Gemeindemitglieder das vorab geprobte bewegte „Unser Vater“ und unterstrichen nach den sakramentalen Handlungen mit Händen und Füßen auch den Abschluss-Segen „Gott segne und behüte dich.“
Zur Erinnerung an diese ereignisreiche Stunde wurden Bildkarten mit sportlich inspirierten Sinnsprüchen verteilt. So lässt sich bei Bedarf nachlesen, warum Aktivität, gemeinsames Erleben und Zusammengehörigkeit bei aller Vielfalt nicht nur eine Sache des Fußballs ist.
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