Beim monatlichen Treffen der Senioren stand auf einmal die Polizei in der Tür. Sie konnten aber nichts machen. Es war alles verjährt. Das ist natürlich ein Scherz. Die Polizei war eingeladen, um vor den Senioren einen Präventionsvortrag über die Gefahren, nicht nur im Alter, zu halten.
Laut dem vortragenden Polizeibeamten werden also nicht nur Senioren betrogen, sondern alle Altersgruppen sind betroffen. Ein ganz wesentlicher Aspekt war, dass es meistens über die emotionale Ebene geht.
Wer also meint, das könnte mir nicht passieren, wenn er von einem Vorfall hört, der unterschätzt seine Reaktion, wenn es ihn selber oder z. B. ein Familienmitglied betrifft.
Der Beamte erzählte einige Episoden, die kaum zu glauben und doch passiert sind. Es geht immer nur darum Werte zu bekommen. Entweder Geld oder Schmuck.
Er berichtete über:
1. Gefahren an der Haustür:
- Betrug im Namen der Polizei oder anderen Amtspersonen.
- Vortäuschen einer Notlage: Fremde bitten um Hilfe.
- Vortäuschen einer persönlichen Beziehung, um in ihre Wohnung zu gelangen.
- Haustürgeschäfte.
- Türe nicht einfach öffnen wenn es klingelt. Die Zeiten, dass die Täter nur noch nachts kommen, sind längst vorbei. Wenn man die Tür öffnet, haben Täter oft leichtes Spiel. Sie drängen einen einfach in die Wohnung.
2. Gefahren am Telefon:
- Enkeltrick.
- Falsche Polizeibeamte.
- Falsche Gewinnversprechen. Man soll erst einmal eine Gebühr überweisen, bevor man den Gewinn bekommt.
- Anruf, z. B. des Bankmitarbeiters. Der Bankmitarbeiter wird sie niemals wegen Problemen anrufen
und ihre Daten abfragen. Er hat alle ihre Daten vor sich liegen. Nach einer Telefon-Nr. fragen, und selber bei der Bank anrufen.
- Am Telefon sich nicht einfach mit „ja“ melden. Dieses „ja“ kann schon zu einem Vertragsabschluss missbraucht werden.
3. Gefahren im Internet:
- Sicher einkaufen im Internet.
- Kauf von Medikamenten im Internet.
- Soziale Netzwerke.
- Romance-Scamming: Täter oder Täterin versprechen nichtsahnenden Opfern die große Liebe, um sie hinterher um ihr Erspartes zu bringen.
4. Gefahren unterwegs:
- Handtaschenraub.
- Taschen- und Trickdiebstahl
- Kaffeefahrten
5. Gefahren bei Vollmachten.
6. Gefahren in der Pflege.
7. Rat und Hilfe.
- Oft kümmert sich niemand darum was auf dem Nachbargrundstück oder an der Wohnungstür nebenan vorgeht. Darauf vertrauen viele Kriminelle.
Könnte es bei ihnen im Haus oder in der Straße nicht ab heute heißen: Auf gute Nachbarschaft? Fangen sie einfach selbst damit an.
Etliche Geschwister erzählten von eigenen Erfahrungen und stellten Fragen an den Beamten, die er auch ausführlich und geduldig beantwortete.
Der Erfindungsreichtum der Betrüger ist unbegrenzt. Viele Themen werden nur benutzt um ins Gespräch zu kommen oder Daten zu erfahren.
Der freundliche Beamte überreichte zum Schluss an jeden Teilnehmer eine Informationsbroschüre der Polizei mit dem Titel: Im Alter sicher leben
In dieser Broschüre gibt die Polizei viele Tipps wie man vorbeugen oder sich schützen kann.
Wir entscheiden, wem wir die Tür öffnen und was wir am Telefon sagen.
Nicht unerwähnt bleiben sollte die leibliche Versorgung an diesem Nachmittag, vor und nach dem Polizeibesuch.
Liebe Schwestern hatten hervorragende Kuchen sowie toll belegte Schnittchen zu unser aller Freude mitgebracht.
Es war rundherum ein gelungener Nachmittag.
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