Man muss keine zwei Chöre haben, um Gott zu loben, aber es macht echt Spaß. So äußerte sich Diakon Bernd Götzelmann, während des Evensongs am Dienstagabend, 16.Juni 2026 in der Katholischen Kirche St. Michael in Dormagen. Und ja, alle Teilnehmer des Evensongs empfanden wohl sehr ähnlich, natürlich kann man Gott auch still daheim loben, aber dieses Abendgebet hat allen, die in der mit Kerzen beleuchteten, stillen Kirche waren, viel Freude und Segen geschenkt.
Was ist das eigentlich, Evensong? Unser Englisch reicht, dass wir alle wissen, es hat etwas mit Abend und Singen zu tun. Diese Form des Abendgottesdienstes kommt aus der anglikanischen Kirche des 16. Jahrhunderts und kombiniert zwei klassische Stundengebete, die Vesper und die Komplet. Diese Gottesdienstform eignet sich in besonderer Weise, zur Ruhe zu kommen und den Tag in Gemeinschaft und im Vertrauen auf Gott ausklingen zu lassen. So kann man es auf der Internetseite des Erzbistum Köln lesen.
Gemeinsam Gott loben war dann auch folgerichtig der Leitgedanke des Abendgebets. Zelebranten in St. Michael waren der katholische Diakon Bernd Götzelmann und die neuapostolische Priesterin Katrin Hopp, die im Sinne des gemeinsamen Gotteslobes den Evensong mit Anteilen der neuapostolischen Predigtpraxis und des katholischen Ritus mit einem Lichtelement leiteten – auch der Chor 2020 aus dem Chorhaus St. Michael, geleitet von Kantor Horst Herbertz, sowie der Chor der Neuapostolischen Kirche Dormagen und das überkonfessionelle Ensemble TonFolge unter der Leitung von Bernd Herholz, ergänzten sich harmonisch ohne vorherige gemeinsame Übungsstunden.
Zur Ruhe kommen, meditativ Gott loben und erkennen, dass das Gotteslob uns gut tut, im Dienen Kraft und Freude finden – in der kurzen Zeitspanne von einer knappen Stunde konnte dies jeder Kirchenbesucher für sich erfahren. Und so konnten alle nach dem gemeinsamen Schlussegen von Priesterin Hopp und Diakon Götzelmann eine gute Nacht und ein gutes Ende des Tages finden oder sich noch einmal intensiv bei einem netten Gespräch austauschen. Entstanden ist der Gedanke gemeinsamen Musizierens anlässlich einer Sitzung des Rates der Religionen der Stadt Dormagen. Es bleibt zu hoffen, dass diese Form des Gotteslobes fortgesetzt wird.
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