Am Sonntag, den 22. April, eine Woche nachdem Apostel Franz-Wilhelm Otten den Hirten Ewald Zimmermann vom aktiven Dienst entbunden und Priester Martin Moog zum neuen Vorsteher der Gemeinde beauftragt hat, gab es kleines Gemeindefest. Die Geschwister hatten sich versammelt, um sich bei ihrem ehemaligen Vorsteher zu bedanken und seinen Nachfolger willkommen zu heißen.
„Der Apostel kommt, das reicht“, hatte Hirte Ewald Zimmermann in seiner bescheidenen Art im Hinblick auf seinen Ruhestand gesagt. Da hatte er die Rechnung aber ohne die Geschwister gemacht. So kommt es, dass Hirte Schneider unmittelbar nach dem Gottesdienst am Sonntag ans Rednerpult tritt und Hirte i.R. Zimmermann, seine Frau Karin, sowie Manuela und Martin Moog bittet, in der ersten Reihe Platz zu nehmen.
„Wir verabschieden dich nicht“, sagt Uwe Schneider, „du bleibst uns ja erhalten. Aber es ist uns einfach ein Bedürfnis, danke zu sagen!“ Das heißt in diesem Fall: Danke für vier Jahrzehnte als Amtsträger und Seelsorger, für zwölf Jahre als Vorsteher, zuerst in Raderberg und nach der Fusion mit Lindental dann in Köln-Süd; danke für das Bemühen, jedem in der Gemeinde ein Zuhause zu bieten; danke auch für das Anfassen manch heißen Eisens und nicht zuletzt auch einen Dank für klare Worte, um die der Hirte nie verlegen war. Als ganz augenscheinlichen Ausdruck der Dankbarkeit bekommen die Zimmermanns an diesem Sonntag auch ein Geschenk überreicht.
Dann tritt Ewald Zimmermann selber ans Rednerpult, um einige Worte an die Geschwister zu richten. Zunächst nimmt er dem ein oder anderen eine Sorge: „Keine Angst, ich leide nicht an einem Predigtstau“, sagt er. Dem allgemeinen Gelächter folgen Worte des Dankes aus dem Munde des Vorstehers im Ruhestand.
Als nächster ist Martin Moog an der Reihe. Der neue Vorsteher gibt den Geschwistern ein schönes Bild von Gemeinde mit auf den Weg, gewissermaßen als Arbeitsauftrag für alle. Dazu zitiert er den Heiligen Benedikt, Gründer des Benediktiner-Ordens. „Ein Heiligtum ist eine heilige Stätte, ein Ort, an dem wir allen dort befindlichen Personen und Dingen Ehrfurcht erweisen, ein Ort an dem wir … in Anmut und Würde leben und die Seele nähren, sowie ein Ort der Heiterkeit, der Inspiration und Liebe, ein Ort, an dem sich jeder persönlich entfalten kann, ein Ort, an dem unsere Seele angesprochen und beflügelt wird.“
Noch während die Vorsteher sprechen, dringen die ersten Düfte des nahenden Mittagessens in den Kirchensaal. Denn die drei Grillmeister Friedhelm, Ben-Lukas und Nils-Julius haben bereits den Grill angeworfen und fleißige Helfer haben ein Buffet aufgebaut und Getränke kalt gestellt. Die Sonne zeigt sich ebenfalls und strahlt uneingeschränkt. Aus dem ‚Dankesagen‘ wird ein kleines, rundum gelungenes Gemeindefest.
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