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Heiliges Abendmahl sehen, fassen, schmecken

 

Abendmahl mit Kelch und Fladenbrot feiern? Im Kindergottesdienst gab es zur Feier des Heiligen Abendmahls die bekannten Hostien und einen Einblick in eine ganz besondere Geschichte. 

Zum Gedenken an den Auszug aus Ägypten

Psalm 111, 4.5 legte Priester Michael Grebe dem Gottesdienst für die 10- bis 14-Jährigen am Sonntagmorgen, 18. März 2018, in Frechen zugrunde: „Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige HERR. Er gibt Speise denen, die ihn fürchten; er gedenkt ewig an seinen Bund.“ 

Anhand des Bibelwortes erläuterte Priester Grebe in seiner Predigt den historischen Kontext: Das Passafest steht für die Befreiung von Knechtschaft und Rettung vor dem Tod. Gott versorgte das Volk Israel auf der Wüstenwanderung mit Speise und er schloss einen Bund, unter anderem mit Abraham.

Zum Gedenken an Jesu Leben

Im Anschluss daran diente das Wort aus dem Lukasevangelium 22,14–20 als Zeitreise in das Leben Jesu: „Und als die Stunde kam, setzte er sich nieder und die Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dies Passalamm mit euch zu essen, ehe ich leide. Denn ich sage euch, dass ich es nicht mehr essen werde, bis es erfüllt wird im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmt ihn und teilt ihn unter euch; denn ich sage euch: Ich werde von nun an nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes kommt. Und er nahm das Brot, dankte und brach's und gab's ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.“

Jesus setzte vor 2000 Jahren das Abendmahl ein, so wie wir es heute als Gedächtnismahl an Jesus Leben und Tod feiern. 

Zum Nachdenken in der heutigen Zeit

Gott habe mit den Menschen einen Bund geschlossen, so Priester Grebe. In dem Sakrament der Heiligen Wassertaufe ist dieser Bund erkennbar. Dieser Bund wird durch die Feier des Heiligen Abendmahls immer wieder gestärkt. In dem Wunder der konsekrierten Hostie gibt Jesus Anteil an seinem Leben, an seiner Kraft. 

Vor der Sündenfreisprache und der gemeinsamen Feier des Heiligen Abendmahls stellte Hirte Alfred Krempf, der im Zentralarchiv der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland aktiv ist, die Abendmahlspraxis unserer Kirche vor, wie sie bis 1917 gültig war. Dazu trug er ein liturgisches Gewand, das in späteren Jahren gegen den schwarzen Anzug der Amtsträger getauscht wurde. Hirte Krempf zeigte den Kindern alte Abendmahlsgeräte und stellte die Abendmahlsfeier zunächst in Brot und danach in Wein nach.

Zeitreise in der Sonntagschule

Auch bei den 6- bis 9-Jährigen stand die Reise in verschiedene Zeitepochen an diesem Morgen im Mittelpunkt. In der vorbereitenden Sonntagsschule stellte Sibylla das Passamahl, die Stiftung des Heiligen Abendmahls und die Abendmahlsfeier, wie wir sie heute kennen, durch verschieden farbige Tücher dar. Die Tücher wurden in der Sitzkreismitte ausgelegt und von den Kindern mit ganz unterschiedlichen Gegenständen dekoriert. Ein schwarzer Engel, Krümel von ungesäuertem Brot und rot angemalte Türrahmen erinnerten an den Auszug des Volkes Israels aus Ägypten. Eine Tonkaraffe, Tonkrüge und ein Fladenbrot standen für das von Jesu eingesetzte Heilige Abendmahl. Und ein Kelch gefüllt mit beträufelten Hostien symbolisierte die heutige Feier des Heiligen Abendmahls.

Überrascht waren die Kinder, als Hirte Alfred Krempf – mit liturgischem Gewand gekleidet – erklärte, wie Abendmahlsfeiern in den Jahren um 1900 in der Neuapostolischen Kirche gefeiert wurden. 

Eine Feier der Freude und Dankbarkeit

Im sich anschließenden Kindergottesdienst für die 6- bis 9-Jährigen predigte Priester Andreas Illerhaus über die Wirkungen des Heiligen Abendmahls. Aufgrund der wirklichen Gegenwart von Leib und Blut Christi schaffe der Genuss des Heiligen Abendmahls eine echte Gemeinschaft mit Jesus. Wer das Heilige Abendmahl genießt, erhält Anteil an dem durch Jesus Christus mit seinem Opfer erworbenen Verdienst. „Besonders wichtig war mir zu vermitteln, dass die Feier des Heiligen Abendmahls eine Feier der Freude, des Lobes und der Danksagung ist. Wie Jesus Brot und Wein nahm und dankte, so tritt die Gemeinde heute mit Brot und Wein vor Gott, um ihm für das Verdienst seines Sohnes zu danken“, sagt Priester Illerhaus im Rückblick.

Gemeinsam

Dann feierten die jungen Gottesdienstteilnehmer das Heilige Abendmahl. Den Gottesdienst beendet Priester Grebe mit Gebet und Schlusssegen. Im Anschluss waren die Teilnehmer zum Mittagsbrunch zusammen. Priester Bernd Herholz probte mit einigen Kindern für das geplante Kinderchor- und Kinderorchesterkonzert am 3. Juni 2018. 

18. März 2018
Text: Oliver Rütten
Fotos: Dirk Wrhel

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