Gemeinde Frechen besucht Schuhkartongemeinde im Schwarzwald
Seit Monaten stand der Termin des Treffens der beiden Gemeinden Frechen und Wolfach im Kalender. Je näher das Fronleichnamswochenende 2018 rückte, desto mehr wuchs die Spannung auf das lang ersehnte Wiedersehen. 25 Gemeindemitglieder aus Frechen machten sich schließlich auf den über 400 Kilometer langen Weg aus dem Rheinland in den nördlichen Schwarzwald. Wie erwartet, wurden die Reisenden auf´s herzlichste Willkommen geheißen. Ein Buffet aus warmen und kalten Speisen bildete an diesem Abend die Grundlage für lange und fröhliche Gespräche.
Ein Rückblick auf die Entstehungsgeschichte dieser Freundschaft zwischen den beiden „Schuhkartongemeinden“, sowie ein Einblick in die Rheinische Kultur und Lebensweise rundeten das Rahmenprogramm ab. Als Gastgeschenk wurde u.a. ein Bild der Gemeinde Frechen überreicht, welches sicher einen ganz besonderen Platz in der Wolfacher Kirche bekommen wird.
Der Freitag stand den Frechenern zur freien Verfügung. Schließlich gibt es rund um Gutach, dem Unterbringungsort, viel zu entdecken. Während die Seniorinnen und Senioren die freien Stunden u.a. für einen Ausflug nach Triberg nutzten, trafen sich die Familien beim AdventureGolf, Fußballbillard und an der Sommerrodelbahn. Am Abend traf man sich schließlich -nach einer Stadtführung durch die Stadt Wolfach- in einem Restaurant in Gutach mit den einheimischen Geschwistern, um gemeinsam einen gemütlichen Abend zu verbringen.
All zu lange durfte hier jedoch nicht gefeiert werden, da es am Samstagmorgen früh losgehen sollte. Ein straffes Programm war vorbereitet: Mit einem Reisebus wurden die Gäste an ihren Unterkünften abgeholt. Man fuhr zusammen zur Wolfacher Kirche, wo die Geschwister der heimischen Gemeinde zustiegen. Über den Knibis ging es zunächst zur Schwarzwaldhochstraße auf gut 1.000 Metern Höhe. Erster Halt war der Mummelsee, in dem es der Legende nach noch Nixen gibt, die in der Nacht aus den Tiefen des Sees emporsteigen, um Ihre Tänze zu zelebrieren. Wer es jedoch wagt, die Legende auf Ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, der wird von Poseidon mit seinem Dreizack getötet. Daher war es leider nicht möglich, den Wahrheitsgehalt der Geschichte zu überprüfen. Stattdessen schnappten sich die Kinder der Gemeinden Tret- und Ruderboote und drehten ihre Runden auf dem tiefen Waldsee, während andere die Zeit nutzten, um selbigen zu Fuß zu umrunden oder einfach in der Sonne zu entspannen.
Weiter ging es im Bus anschließend zum Hohritt, einem Aussichtpunkt auf gut 700 Metern über der Rheinebene. Hier wurde ein Picknick vorbereitet. Fleischkäsebrötchen und Getränke standen bereit, um die Kräfte zu mobilisieren. Schließlich stand für einen Großteil der Gruppe eine gut 2-stündige Wanderung hinab in Richtung Sassbachwalden an. Auf dem Weg wurde die Gaißhöll durchquert, ein beeindruckender Weg entlang eines Bachlaufes, der sich in zahllosen Wassertreppen aus der Höhe in Richtung Tal schlängelte. Ein Zwischenstopp an einem Schnapsbrunnen bescherte der Wandergruppe eine recht unterhaltsame und musikalische Begegnung mit einem Junggesellenabschied.
Durch die ersten Weinfelder und vorbei an schwer tragenden Kirschbäumen, folgten wir dem Weg in den Weinort bis zu einer alten Klosteranlage. Hier warteten bereits die, die nicht mitwandern konnten. Sie hatten in der Zwischenzeit eine Weinprobe absolviert, die den Wanderern noch bevorstand.
Badischer Wein ist jetzt jedem der Reisegruppe nun ein Begriff. Ebenso die Tatsache, dass dieser nach einer anstrengenden Wanderung schnell zu Kopf steigt…
Der Weg aus dem dunklen Weinkeller mit seinen großen Fässern und gelagerten Flaschen, hinaus in das gleißende Licht der Sonne, war die letzte Anstrengung für diesen Tag. Mit dem Bus ging es schließlich durch enge Waldstraßen zurück in Richtung Wolfach. Im Ortsteil Kirnbach war ein Restaurant reserviert, in dem der Tag seinen geselligen Ausklang fand.
Sonntag war er dann schon wieder da, der Tag des Abschiednehmens. Der gemeinsame Gottesdienst in der vollen Kirche in Wolfach spiegelte dann den Ursprung und das Verbindende dieser besonderen Freundschaft wider. Alle Priester der Gemeinde hatten Gelegenheit, Ihre Herzen zu öffnen und der stimmgewaltige Chor umrahmte den Gottesdienst mit seinen Beiträgen. Das Kirchentagslied von 2014 „Singt ein Lied von Gott“ durfte hierbei natürlich nicht fehlen.
Bevor man sich herzlich voneinander verabschieden musste, bestand noch ausreichend Gelegenheit, sich bei Grillgut und Salat intensiv auszutauschen. Festgehalten wurde zuletzt, dass 2019 ein Gegenbesuch in Frechen stattfindet, auf den sich alle heute schon freuen.
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