Am Sonntag, 18.05.2025, wurde Verenice in unserer Gemeinde konfirmiert.
Evangelist Frank Bredemeier griff zu Beginn des Gottesdienstes den Titel des nach dem Textwort vorgetragenen Liedes auf („Meine Hoffnung und meine Freude“) und verwies dabei auf Hebräer 6,18-19, wo es heißt: „So sollten wir durch zwei Zusagen, die nicht wanken – denn es ist unmöglich, dass Gott mit ihnen lügt –, einen starken Trost haben, die wir unsre Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der angebotenen Hoffnung. Diese haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele (…)“ Er betonte, dass es sich um ganz unterschiedliche Häfen handeln kann, in denen uns die Hoffnung als fester Anker dient. Als Beispiele nannte er – mit Blick auf die zahlreichen Gäste im jugendlichen Alter, die diesem Gottesdienst beiwohnten – die Schule, in der nicht immer alles glatt läuft, oder auch die Ausbildung, an deren neue Herausforderungen man sich erst gewöhnen muss. Auch die Häfen der Familie oder des Arbeitslebens können manches Mal einen Anker der Hoffnung nötig haben, wenn man sich nicht versteht oder Differenzen das Verhältnis untereinander belasten. Er erklärte, dass uns Jesus diese oft benötigte Hoffnung dann stets geben kann, da er uns nie abschreibt und immer an unserer Seite bleibt.
Evangelist Bredemeier ging daraufhin auf das Textwort ein und erwähnte, dass es sich bei der Gemeinde zu Philippi, der Adressatin des Briefes von Apostel Paulus, um die erste Gemeinde in Europa handelte. Paulus befand sich damals in Gefangenschaft und schöpfte Kraft und Zuversicht auch aus dem Schreiben dieses Briefes, da es sich bei den Gläubigen in Philippi um eine aktive und freudige Gemeinschaft handelte. Nichtsdestotrotz war es ihm ein Anliegen, auf die Gefahren des Egoismus hinzuweisen und zum Teilen aufzufordern. Evangelist Bredemeier schlug nun den Bogen zum Motto, das Stammapostel Schneider zu Jahresbeginn 2025 ausgegeben hatte: „Es ist Zeit, Gutes zu tun.“ Er verwies darauf, dass Jesus sowohl zum Befolgen des Textwortes als auch des Jahresmottos als erstklassiges Vorbild dienen kann, hatte dieser doch alle Möglichkeiten, sein Leben völlig anders zu gestalten, sich Reichtum, Macht und Ansehen zu verschaffen. Er wählte aber den unteren Weg, erniedrigte sich und gab von dem ab, was sein Vater ihm geschenkt hatte. Dieser von Jesus vorgelebte Weg bedeutet nicht, sich dabei selbst völlig hintan zu stellen und zu vernachlässigen, er bedeutet „nur“, die anderen dabei nicht zu vergessen und ihr Wohlergehen stets im Blick zu haben. Jesus selbst verdeutlichte dies mit den Worten: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft. Das andre ist dies: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Es ist kein anderes Gebot größer als diese.“ (Markus 12,30). Als Beispiele für die Nächsten, die unserer Aufmerksamkeit entgehen könnten, nannte er die Außenseiter, die im Klassenverbund oder am Arbeitsplatz oftmals am Rand stehen, belächelt oder bewusst ausgegrenzt werden. Es sei an uns, das zu ändern. Auch Menschen, denen es gut geht, sollte man nicht mit Neid und Missgunst begegnen, sondern sich vielmehr mit ihnen freuen. Menschen, die hingegen gerade eine schwierige Lebensphase durchleben, sollte man durch Mitgefühl und Unterstützung unter die Arme greifen. Evangelist Bredemeier machte aber auch deutlich, dass diese aktive Nächstenliebe nur selten direkten Erfolg bringt, vielmehr müsse man Zeit aufwenden und beharrlich bleiben. Er bat zum Abschluss seines Dienens alle Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer, die Aufforderungen dieses Gottesdienstes auch und besonders in Bezug auf die Konfirmandin Verenice zu beherzigen, sie in Ihrem Bemühen, ihr Konfirmationsgelübde zu halten, zu bestärken, ihr beizustehen und sie in Liebe zu unterstützen. Verenice brauche in der Zukunft unsere Liebe mehr als unsere Belehrungen.
Priester Klaus Otto:
Priester Otto sprach die Konfirmandin zu Beginn seines Mitdienens direkt an und zitierte die wohlbekannte Textzeile von Rolf Zuckowski „Wie schön, dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst.“ Er verwies auf die lange Tradition der Konfirmationen und erläuterte, dass dieser Begriff am ehesten mit „Befestigung“, „Bekräftigung“ oder „Bestätigung“ zu übersetzen sei. Das diesem Konfirmationsgottesdienst zugrunde gelegte Textwort fordere dazu auf, sensibel für die Umwelt und die Mitmenschen zu sein. Dazu könne man sich auch Vorbilder heranziehen. Priester Otto wies in diesem Zusammenhang auf eine Studie hin, in der Jugendliche gefragt worden sind, welche Vorbilder ihnen in ihrem Leben am wichtigsten sind. Entgegen vieler Erwartungen oder auch Vorurteile seitens der Erwachsenen landeten bei dieser Erhebung Mutter und Vater auf den ersten beiden Plätzen. Er bekräftigte den Rat von Evangelist Bredemeier, unser Leben mit Jesus als erstes Vorbild zu gestalten, da dies wunderbare Früchte hervorbringt, die in Galater 5,22-23 eindrücklich zusammengestellt sind. Zum Abschluss gab er Verenice noch ein persönliches Wort mit auf den zukünftigen Weg: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“ (Philipper 4,4).
Im Anschluss erfolgten die Vorbereitung auf das heilige Abendmahl, das gemeinsame Gebet „Unser Vater“ und die Freisprache durch Evangelist Bredemeier. Verenice sprach daraufhin zusammen mit Diakonin Kellermann als Unterstützung das Konfirmationsgelübde und empfing den Konfirmationssegen. Nach der Abendmahlsfeier und einem gemeinsamen Schlusslied ließ die Festgemeinde diesen besonderen Fest- und Feiertag bei einem Sektempfang ausklingen.
Was oft vergessen wird…
Der Gottesdienst erhielt ein besonderes Gepräge durch das außergewöhnliche Rahmenprogramm. Neben Gesang in unterschiedlichen Konstellationen (Chor, Quartett, Duett, Solo) und verschiedenen Begleitungen, erklangen auch ein Saxofon, ein Gedicht wurde vorgetragen sowie ein Brief der Schwester von Verenice, die leider nicht teilnehmen konnte, wurde verlesen. All das führte zu einer ganz besonderen Stimmung, wofür man den Ausführenden nur von Herzen danken kann.
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