Spendenaktion zugunsten der "Flutopfer" an der Ahr
Seit einigen Jahren wird in der Gemeinde Frechen der Erntedanktag dazu genutzt, die Menschen in unserer Umgebung zu unterstützen, um die es fianziell nicht so gut steht. So berichteten wir an dieser Stelle über Spendenaktionen an die Frechener Tafel oder an die Flüchtlingshilfe in Frechen oder über die Trostbärenaktion der Frechener Feuerwehr, bei denen die Rettungskräfte Kindern in Notlagen durch das Überreichen eines mitgeführten Teddybären ein wenig Trost und Ablenkung von der Situation schenken.
In diesem Jahr standen die Bilder der verheerenden Flutkatastrophe vom 14./15.Juli in den Regionen rund um die Flüsse Erft, Inde, Rur und Ahr sowie deren Zuflüssen noch so präsent vor den Augen. Alleine mit der Tatsache, dass das Wasser wieder weg ist, ist die Not der Betroffenen noch lange nicht vorbei. Viele haben in den Fluten alles verloren und viele waren nicht versichert.
An der Ahr stieg der Wasserpegel stellenweise bis 14 Meter an und spülte teilweise Häuser oder deren Inventar einfach mit sich weg. Wás in den Häusern verblieb, war oftmals mit kontaminiertem Schlamm bedeckt, giftiges Heizöl zog vielerorts ins Mauerwerk und in die Böden ein. Zerstörte Straßen und Brücken, kein Strom, kein warmes Wasser, keine Heizung, mobile Toiletten an allen Straßenecken... . 134 Todesopfer gab es alleine im Ahrtal zu beklagen. Hunderte Häuser sind bis auf Weiteres unbewohnbar und die Menschen quer durch die Republik in Ferienwohnungen oder bei Verwandten und Bekannten notdürftig untergebracht. Aufgrund der großen Ausmaße der Katastrophe ist die Instandsetzung der zerstörten Infrastruktur aufwendig und zeitintensiv.
Hier wollten wir helfen.
Unseren Diakon Wrhel erreichte kurz nach der Flut die Nachricht von einer Familie aus Bad Neuenahr, denen die Flut alles genommen hat, was ihnen lieb und wertvoll gewesen ist. Es sind Oma Marlene (88) und deren Tochter Astrid (derzeit in Chemo-Behandlung) mit ihrem plegebedürftigen Ehemann, deren Wohnungen nach der nächtlichen Flut einer Trümmerwüste gleichen. Zahlreiche freiwillige Helfer*innen aus ganz Deutschland, die derzeit überall im Ahrtal mit anpacken, haben das Haus bereits leer geräumt, die Böden-, Decken- und Wandbeläge entfernt. Mehr konnte bislang nicht getan werden. Derzeit wohnen die drei in einer Ferienwohnung am Rhein und warten, bis die Feuchtigkeit, die mittels Bautrockner dem Gemäuer entzogen wird, ein weiteres Arbeiten möglich macht. Dies wird sicher nicht vor dem Frühjahr möglich sein und aufgund der gesundheitlichen Konstitutionen eine wahre Herausforderung werden.
Im Rahmen des gemeinsamen Erntedankgottesdienstes mit den beiden Kooperationsgemeinden Hürth und Frechen am 03. Oktober 2021, wurde daher eine Spendenaktion durchgeführt. Eine stolze Summe von 1.800 EURO sind bei dieser Sammelaktion zusammengekommen.
Am vergangen Sonntag hatte Diakon Wrhel zusammen mit seiner Familie die Gelegenheit, diese Spende persönlich an die beiden Damen zu überreichen und sich gleichzeitig einen Eindruck von der Situation vor Ort zu machen. Die Bilder und Schilderungen der beiden lassen anseitsweise erahnen, was die Menschen dort vor Ort durchgemacht haben müssen.
Marlene und Astrid lassen den unbekannten Spendern aus den beiden Gemeinden von Herzen danken. Man spürte deutlich, dass Worte für die transportierten Gefühle nicht ansatzweise ausreichend sind.
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