Vorpremiere des Vokalensembles „Ukraine“
10 junge Frauenstimmen erfüllten kraftvoll das Kirchenschiff der Neuapostolischen Kirche in Frechen. Begleitet von Olha Dondyk am Klavier verhallten die stolz vorgetragenen Klänge der Nationalhymne der Ukraine, ehe sich donnernder Applaus erhob, der nicht enden wollte.
Was war passiert? Die Nationalhymne bildete das Finale eines Chorkonzertes, welches das Ensemble „Ukraine“ unter der Leitung der renommierten Dirigentin Oksana Dondyk als „Dankeschön“ an die Gemeinde darbot, die in den letzten 3 Monate die Kirche zu Probenzwecken zur Verfügung stellte.
Die Chorleiterin Oksana Dondyk flüchtete zu Beginn des Krieges in der Ukraine gemeinsam mit ihren Kindern aus der Heimat und suchte Zuflucht in Deutschland. Sie landete in unserer Stadt Frechen. Durch ein Netzwerk an ehrenamtlichen Helfer*innen entstand schnell Kontakt zu Diakon Wrhel. Neben den Bedürfnissen das Alltags wurde das Netzwerk auch hinsichtlich der beruflichen Entwicklung bemüht. Es stellte sich heraus, dass Oksana Dondyk in ihrer Heimat berühmt für ihre musikalischen Fähigkeiten ist. So ist sie dort als Sopranistin solistisch ebenso tätig, wie als Leiterin verschiedener erfolgreicher Chöre.
Durch Kontakte zum Frechener Chor „Joy“ gelang es zunächst ein beeindruckendes solistisches Konzert in der Kirche „Alt St.Ulrich“ zu veranstalten. Der große Traum, gemeinsam mit einem Ensemble den deutschen Besucher*innen die Vielfalt und Schönheit der ukrainischen Musik zu präsentieren, musste zunächst noch warten.
3 Monate vergingen mit intensiver Probenarbeit, ehe am Sonntag, den 07.08.2022 im Anschluss an den Gottesdienst der erste Ton dieses Ensembles das erste Mal vor Publikum erklang. Insgesamt wurden 3 geistliche und 4 folkloristische Kompositionen zeitgenössischer ukrainischer Komponist*innen dargeboten. Letztere mit Unterstützung szenischer Darstellungen.
Beeindruckend waren die saubere Intonation der jungen Stimmen sowie die Stimmgewalt des Chores. Erläuterungen durch Diakon Wrhel zu den einzelnen Titeln ermöglichten dem Zuhörer, trotz der für deutsche Ohren ungewöhnlichen Texte sich vorstellen zu können, was inhaltlich vorgetragen wurde.
„Man brauchte, bei dem Gefühl, was die Sängerinnen mit Stimme und Gestik zum Ausdruck brachten, keine Kenntnis der ukrainischen Sprache, um alles zu verstehen“- resummierte eine Zuhörerin. Dies bewiesen in vielen emotionalen Momenten zahlreiche feuchte Augen der Anwesenden.
Wir danken dem Ensemble für dieses großartige musikalische Erleben, welches sicher nicht so schnell in Vergessenheit gerät und wünschen ihnen für ihren musikalischen und privaten Weg alles erdenklich Gute dieser Welt.
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