Vom 03.06.2016 bis 06.06.2016 folgten ein Teil der Geschwister unserer Gemeinde der Einladung unserer Schuhkartongemeinde, Steyr in Oberösterreich, zu einem Open Air Gottesdienst am 05.06.2016.
Auf diesen Besuch haben wir uns ausgiebig vorbereitet und Dom-Kekse gebacken, Kölsches Liedgut geprobt und passende Outfits in den Kölnfarben rot- weiß besorgt, sowie einen Kalender mit Köln- Bildern und eine Kölsche Fooderkaat.
Die erste Überraschung erlebten wir nach 9- stündiger Zugfahrt am Bahnhof in Steyr, als wir von 22 Geschwistern mit Buchstabenschildern HERZLICH WILLKOMMEN begrüßt wurden.
Das Planungsteam hatte ein umfangreiches Programm und einen Fahrdienst für 4 Tage zusammen gestellt, welches mit einem ersten Beisammensein in der Jaussenstation Eigruberhof begann. Dort hatten sich schon zahlreiche Geschwister aus Steyr versammelt, um mit uns „Ripperl mit Knödel und Kraut“ zu verspeisen. Liebevoll waren die Servietten und Bierdeckel mit : „STEYR/KÖLN Schuhschachtelaktion IKT 2014“ bedruckt worden. Das herzliche Willkommen war fühlbar für jeden von uns. Nach 3 Stunden sagten wir überwältigt von der Freundlichkeit: tschüüß bis morgen.
Wir starteten um 9 Uhr mit einer Stadtführung in zwei Gruppen. Zunächst ging es zum Aussichtspunkt Tabor, von dem aus man einen herrlichen Blick auf die Stadt hatte. Der Fluss Steyr vereint sich hier mit der Enns und ist der Namensgeber der Stadt, welche schon ca. 1875 die erste in Europa war, die eine Straße mit Elektrizität aus Wasserkraft versorgen konnte. Bei dem Gang durch die Stadt wurde an der Brücke eine bleibende Erinnerung an unseren Besuch festgemacht, ein leuchtend gelbes Vorhängeschloss mit der Aufschrift: NAK Steyr-Köln. Der Schlüssel dazu wurde traditionell versenkt.
Mittags fuhren wir nach Schlierbach auf einen BIO Bauernhof. Nach einem herzhaften Mittagessen legten wir eine Land Matura (Land Abitur) ab, mussten mit der Sense Gras mähen, eine Kuh melken, Krapfen backen, Holz sägen, Schubkarre fahren und Most und Schnaps den Früchten zuordnen, aus welchen sie hergestellt wurden. Das alles erfolgte in Schürze und Strohhut und bei strahlendem Sonnenschein. Alle 28 Teilnehmer bestanden ihre Matura mit der Note 1 und bekamen eine Urkunde ausgehändigt. Der Abend wurde in der Kirche bei Leberkäse und Semmeln, einem leckeren Bier und köstlichen Kuchen, welche die fleißigen Schwestern gebacken hatten, beendet.
Der Gottesdienst am Sonntag wurde wegen der schlechten Wettervorhersage in die Kirche verlegt und von Bez. Ev. Degenfellner gehalten. Der Vorsteher, Hirte Feil, stellte im Mitdienen die Frage, ob sich der Erfinder der Schuhschachtelaktion wohl hatte vorstellen können, was mit dieser Aktion alles bewirkt werden würde. ….
Während des GD ging dann ein kräftiger Regen nieder und wir waren froh, nicht im Freien zu sein.
Nach dem Gottesdienst verteilten wir unsere Geschenke an die Geschwister und wurden dann mit Grillwürstchen und vielen Salaten für unseren Auftritt gestärkt .
Unser erstes Lied: „Echte Fründe stonn zesamme“ passte bestens zu unserer neu gefundenen Freundschaft in Steyr. Es folgten noch 4 weitere Lieder der Bläck Föß und bei “ mer loße de Dom in Kölle“, sangen die Steyr’er Geschwister schon den Refrain mit. Die spontane Versteigerung eines Köln Shirts brachte den Erlös von 50 €. Er wurde für die Gemeindekasse gestiftet.
Um 15 Uhr fuhren wir nach Trattenbach und besichtigten das Museumsdorf. Hier wurden bis 1960 von 14 Familien Taschenmesser- sogenannte Feitel- hergestellt. Die 2- stündige Führung durch das Dorf und Besichtigung der Werkstätten war sehr interessant und am Schluss konnte, wer wollte, noch sein eigenes Messer zusammen montieren.
Der Abend klang aus im Gasthaus Linde bei leckerem Essen und Trinken. Nun hieß es Abschied nehmen von den meisten Geschwistern, die den Montagvormittag nicht mehr mit uns verbringen konnten.
Dieser begann dann mit einem selbstgetexteten Lied und Gitarrenbegleitung unserer Steyr’er Geschwister und dabei floss so manche Träne der Bewegung. Es folgte ein letztes Gruppenfoto und der Abschied vom Vorsteher und seiner Frau.
Bevor uns drei Fahrzeuge nach Linz zum Bahnhof brachten, sahen wir noch die Abteikirche in Steyr, den Stadtteil Christkindl, in welchem eine Wallfahrtskirche steht und die Weihnachtspost abgestempelt werden kann, das St. Florian Stift mit der Bruckner Orgel und Anton Bruckners Grabplatte in der Kirche.
Am Bahnhof hieß es dann endgültig Abschied zu nehmen mit dem Versprechen auf einen Gegenbesuch in Köln. Auf der Rückfahrt wurden schon erste Überlegungen dafür angestellt.
Vier wundervolle Tage der Gemeinsamkeit in einem Sinn und Geist gingen zu Ende.
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