Am Samstag fand eine Führung durch die Clemenskirche statt, zu der sich 15 Gemeindemitglieder versammelten.
Herr Beuch - zuständig für das Archiv der katholischen Gemeinde in Horrem - führte uns eine Stunde durch die Geschichte der Clemenskirche. Zunächst erläuterte er das Gebäude von außen. Der älteste Teil der Kirche ist der hintere innere Gebäudeteil aus dem 8. Jahrhundert, Seitenteile und Glockenturm sind aus dem 9. Jahrhundert und der neuere vordere Teil kam erst 1850 hinzu. Dieser war notwendig, weil sich die Kirchenmitgliederzahl stark erhöht hatte und nicht mehr genügend Platz vorhanden war. Der Erweiterungsbau wurde auf einen Teil gesetzt, der zuvor als Friedhof genutzt wurde. Die gefundenen Gebeine wurden an einer Stelle unter der Kirche eingebettet. Dieser Anbau wurde nur in einem Jahr fertiggestellt. Aus dieser Zeit stammt auch die Kirchenorgel, die unter Denkmalschutz steht, wie auch die Kirchenbänke.
Der Steinboden in der Kirche stammt noch aus der Ursprungszeit und wurde aber immer wieder partiell erneuert. Im Glockenturm befindet sich unter anderem die Marienglocke, welche aus den 1420er Jahren stammt und vom gleichen Glockenbaumeister erschaffen wurde, der auch die ältesten Glocken im Kölner Dom gegossen hat. Die Marienglocke sollte im 2. Weltkrieg als Kriegsmaterial genutzt und eingegossen werden, konnte aber bewahrt bleiben und wurde 1947 wieder in die Kirche zurückgebracht. Die beiden Chorgestühle hinter dem Altar entstammen einer Kölner Kirche eines Mönchsordens, die in der Zeit der Napoleonischen Besatzung aufgelöst wurde.
Her Beusch erläuterte zudem die Figuren rechts und links des Kirchenschiffes - insbesondere die des St. Clemens. Ferner gab er auch Infos zur Pieta, Marienfigur und zur Figur des St. Nikolaus. Die Originalfenster der Kirche sind bei einer Gesamtrenovierung entfernt worden. Ein Originalfenster befindet sich noch im ältesten Gebäudeteil - erleuchtet an der Wand.
Wir bedanken uns bei Herrn Beusch für diese tolle Führung. Allen Teilnehmer wurde es während der Führung bewusst, welchen „Schatz und Kostbarkeit“ uns die katholische Gemeinde für die Zeit der Renovierung unserer Kirche zur Verfügung stellt. Hierfür auch nochmal an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.
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