Seit Februar 2023 dient Diakonin Katrin Hopp in ihrem neuen Amt. Im Interview, das nach dem Gottesdienst am 25.Februar.2024 durchgeführt wurde, berichtet sie von ihren ersten Reaktionen und von ihrem Lernprozess als erste Diakonin in der Gemeinde.
Nicola: Du bist jetzt knapp ein Jahr als Diakonin im Amt und warst die erste Amsträgerin in der Gemeinde und im Bezirk Köln-West. Was hat sich seit dem in Deinem Leben geändert?
Katrin: Als der Bezirksvorsteher und der Vorsteher mich besuchten, sagte der Bezirksvorsteher, dass sich nicht viel verändern wird, denn du machst ja schon sehr viel, du bekommst einen besonderen Segen hinzu. Aber es hat sich schon einiges verändert. Zunächst einmal hat sich mein Kleiderschrank geändert, sehr zur Freude meiner Tochter, die sich seitdem an diesem bedient. Da ich im Gottesdienst nur noch schwarz/weiße Kleidung trage.
Im Familienkreis hat sich auch einiges geändert, wie z.B. gemeinsame Gottesdienstvorbereitung, da mein Mann auch Diakon ist. Das Amt, der Haushalt, die Familie, der Beruf, da ist schon mehr Belastung, aber man erlebt auch viel Schönes.
Nicola: Wie waren die Reaktionen und wie bist Du in der Gemeinde aufgenommen worden?
Katrin:. Es gab schon durch die Umstellung Frauen im Amt in unserer Kirche, verschiedene Reaktionen, auch in der Familie. Aber ich bin in der Gemeinde sehr freudig willkommen geheißen worden, auch wenn die Vorbereitung dazu sehr kurz war. Aber die Freude und die positive Begleitung habe ich erleben dürfen. Eine Frage aus dem Seniorenkreis, wohin ich eingeladen wurde, war, hast du dich für dieses Amt beworben? Mit Sicherheit nicht.
Nicola: Was hat Dir denn in dieser Zeit geholfen?
Katrin: Ich habe das diesjährige Jahresmotto 2024 „Beten wirkt“ besonders erlebt. Die Familie und die Gemeinde haben mir sehr geholfen. Die größte Unterstützung, in meiner Rolle als Frau im Amt war, dass ich im „Brüderkreis“ herzlich aufgenommen wurde.
Nicola: Wann hast du das erste Mal erfahren, dass du das Diakoninnenamt empfangen sollst?
Katrin: Ich hatte keine große Zeit zum Nachdenken. Fünf Tage vor dem Apostelgottesdienst; also den Dienstag zuvor, wurde mir die Frage gestellt.
Nicola: Was war ermutigend, was hat geholfen?
Katrin: Meine Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber wer sagt zum lieben Gott schon „Nein“. Geholfen hat mir unter anderem die Ansprache des Apostels sowie die Fürsprache der Glaubensgeschwister, denn es war nicht leicht zu wissen, die erste Amtsträgerin in der Gemeinde bzw. im Bezirk zu sein, dazu eine der Ersten weltweit zu sein. Eine Aussage eines Glaubensbruders bewegt und ermutigt mich noch heute, Danke das du für uns ja gesagt hast.
Nicola: Gab es seitens der Kirchenleitung Anleitungen oder Fortbildungen?
Katrin: Ziemlich am Anfang führte unser Bezirksapostel Rainer Storck ein Zoom-Meeting durch. Er lud dazu alle Diakoninnen seines Arbeitsbereiches zum Austausch ein. Es war sehr hilfreich mit anderen in diesen Austausch zu kommen. Unser Apostel führte eine Ämterìnnenstunde seines Bezirkes durch. Des weiteren nahm ich an der Fortbildung „Einführen ins Amt/ das Amtsverständnis“ teil.
Nicola: Welches sind deine Aufgaben als Diakonin in der Gemeinde?
Katrin: Ich bin von Geburt an neuapostolisch, mein Vater war Priester, mein Mann Diakon. Man weiß, was dazu gehört, aber das Tun ist dann anders.
Ich richte den Altar her, ich mache den Türdienst, eine große Aufgabe ist die Seelsorge und nach dem neuen Amtsverständnis gehören auch Wortbeiträge im Gottesdienst dazu. Was hoffentlich nie passiert, wenn kein priesterliches Amt anwesend ist, sollen Diakone Wortgottesdienste halten. Wovor mich der liebe Gott bewahren mag.
Nicola: Gibt es noch weitere darüberhinausgehende Tätigkeiten die du wahrnimmst?
Katrin: Ja, ich bin im KiGo-Team des Bezirks Köln-West, der KiGo findet einmal im Monat in Frechen statt, Auch in der Gemeinde führe ich Sonntagschule durch. Bis zum Ende letzten Jahres war ich auch in der Gruppe der Kirchenreinigung tätig, was ich aus Zeitgründe nicht mehr mache.
Zum Schluss bedankte sich Nicola bei Katrin für das Interview.
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