Im Abendgottesdienst des 26. August 2026 in Köln-Süd zeigte Bischof Rainer Sommer auf, wie Entwicklung aus "Senfkornglauben" heraus gelingen kann
Den Gottesdienst stellte der Bischof unter das Wort aus Lukas 17,5.6: "Und die Apostel sprachen zu dem Herrn: Stärke uns den Glauben! Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Reiß dich aus und verpflanze dich ins Meer!, und er würde euch gehorsam sein."
Anhand der Erlebnisse des Mose machte der Dienstleiter deutlich, dass in Gottes Augen nicht ein großer Glaube, sondern ein lebendiger Glaube wichtig sei. Das sei kein alles überzeugender, starker Glaube oder ein Glaube, der immer meine, alles selber machen zu müssen. Ein kleiner "Senfkornglaube" hingegen lasse sich voller Vertrauen in die Hand Gottes fallen.
Von Feinden verfolgt stand Mose mit dem Volk Israel vor dem Schilfmeer, und entsetzt wussten sie nicht, wie es weitergehen solle. Gott habe gezeigt, dass Mose selbst gar nichts machen musste und dass nicht er die Situation verändern müsse. Er solle lediglich seinen Stab über das Meer halten. Da hätten die Israeliten wohl schon sehr ungläubig geguckt und sich gefragt, was Mose denn da schon wieder mache. Doch der habe sich mit seinem kleinen Glauben in die Hand Gottes fallen lassen ohne zu wissen was Gott tun würde.
Rainer Sommer bemühte zudem zwei Bilder, um die Botschaft des Gottesdienstes zu verdeutlichen.
Zum einen solle sich die Gemeinde einmal vorstellen, den eigenen Glaubensstand in einer Skala von 1 (kleiner Glaube) bis 10 (starker Glaube) zu bewerten. Dabei säßen die Gottesdienstteilnehmer mit starkem Glauben in der ersten Reihe und die mit kleinem Glauben ganz hinten. Ja, selbst er als Bischof fände sich an manchen Tagen auf der letzten Bank wieder. Doch der Heilige Geist mache an diesem Abend darauf aufmerksam, dass das für Gott nicht entscheidend sei. "Entscheidend ist für Gott, dass du da bist. Entscheidend ist, dass du Glauben hast, sonst wärst du nicht hier!", so der Dienstleiter.
Im zweiten Bild verdeutlichte Bischof Sommer, dass Jesus bewusst dieses Beispiel des Maulbeerbaumes gewählt habe. So ein Baum sei von einem Menschen nicht so einfach auszureißen, da er besonders tiefe und starke Wurzeln habe.
Im übertragenen Sinne gäbe es auch bei uns Situationen, die festgefahren oder festgewachsen seien. Er nannte etwa Konflikte in der Familie, die sich nicht mehr lösen ließen. Oder ein negativer Blick auf den Nächsten, den man aus christlicher Haltung ablegen wolle, der jedoch bei nächster Gelegenheit wieder auftauche.
Der Bischof ermunterte, sich in einer jeden Situation - auch mit einem kleinen, schwachen Glauben - immer wieder an Gott zu wenden. Gott alles zuzutrauen, dann würde das Unmögliche möglich. Denn Gott sei ein großartiger Gott, der alles geschaffen habe und alles in seiner Hand halte.
Nach dem Gottesdienst zückte Bischof Sommer ein kleines Säckchen, gefüllt mit Senfsamen. Dieses habe er geschenkt bekommen und trage es seitdem bei sich – als Erinnerung an die Stärke eines Glaubens wie ein Senfkorn. Und er hatte noch mehr dieser kleinen Präsente bei sich und lud die Geschwister dazu ein, sich selbst eins mitzunehmen, als Erinnerung für den eigenen Alltag.
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