Zum Festgottesdienst am Sonntag, 18. Oktober 2026 mit Heiliger Versiegelung, Ordination und Ruhesetzung lud Apostel Franz-Wilhelm Otten die Gemeinden Köln-Mitte und Köln-Süd in die Birresborner Straße ein.
Seiner Predigt legte der Apostel ein Wort aus dem Evangelium nach Johannes zugrunde: „Von da an wandten sich viele seiner Jünger ab und gingen hinfort nicht mehr mit ihm. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: „Wollt ihr auch weggehen?“ Da antwortete ihm Simon Petrus: „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“ (Joh. 6,66-69)
Dem Ereignis der Bibelstelle vorausgegangen waren Erklärungen Jesu Christi, die teilweise auf Kritik seiner Zuhörer stießen. Großen Widerstand erhielt er, als er sich selbst als Brot des Lebens bezeichnete. Ewiges Leben könne nur haben, wer sein Fleisch und Blut zu sich nehme. Damit wies er auf das Heilige Abendmahl hin, auf Brot und Wein, Leib und Blut Jesu. Das war der Punkt, an dem viele seiner Jünger nicht mehr mitgehen konnten: „Von da an wandten sich viele seiner Jünger ab und gingen hinfort nicht mehr mit ihm.“
Liebe lässt frei!
Apostel Otten führte aus, dass Jesus an seiner Lehre festgehalten habe, auch als viele Jünger ihn deshalb verlassen hätten. Er habe sie frei gelassen und weiterhin geliebt. „Liebe lässt frei!“, stellte Otten fest. Auch heute wendeten sich Menschen aus unterschiedlichen Gründen von der christlichen Gemeinschaft ab: aus Enttäuschung, wegen verletzender Worte von Geistlichen, aus Unverständnis, durch schweres Leid oder weil der Alltag keinen Raum mehr für den Glauben lasse. Jesus kenne diese Gründe und liebe auch diejenigen, die gegangen seien, wie das Gleichnis vom verlorenen Schaf zeige. Deshalb sollten die Gemeinden für sie beten, die Türen offen halten und sich über ihre Rückkehr freuen, appellierte der Dienstleiter. Entscheidend sei, dass Zurückkehrende nicht mit Vorwürfen empfangen würden, sondern herzlich willkommen seien und einen Platz in der Mitte der Gemeinden erhielten.
Liebe entfaltet sich ohne Druck
Jesus habe die zwölf Jünger, die bei ihm geblieben seien, gefragt: „Wollt ihr auch gehen?“ Diese Frage richte sich auch an jeden Einzelnen: „Willst du auch weggehen?“ Otten erklärte, Jesus hoffe darauf, dass die Menschen bei ihm blieben, denn sie seien ihm nicht gleichgültig. Aus Liebe habe er sich für jeden Menschen geopfert; die Beziehung zu ihnen sei ihm wichtig. Wahre Liebe lasse frei, selbst wenn damit das Risiko verbunden sei, den anderen zu verlieren. Alles, was einenge, manipuliere oder abhängig mache, sei dagegen keine Liebe. Wo Druck ausgeübt werde, sei Christus nicht am Werk, unterstrich der Apostel. Wer Jesu Liebe verstehe und erwidere, werde aus freiem Herzen bei ihm bleiben, denn nur Liebe könne Menschen wirklich verbinden und halten.
Alternativlos: Jesu Liebe
Petrus habe Jesus gefragt: „Herr, wohin sollen wir gehen?“ Wer sich Jesu Liebe bewusst mache, erkenne, dass es keine wirkliche Alternative zu ihr gebe, erläuterte Otten. Andere Bewegungen könnten vom Ego Einzelner, von Gewalt, Machtstreben, Geld oder dem Recht des Stärkeren geprägt sein. Dies widerspreche dem Evangelium, das verkünde, dass jeder Mensch von Gott gleichermaßen geliebt werde. Gerade in einer Gesellschaft, in der Lügen zunehmend Raum einnähmen, sei es wichtig, genau hinzusehen und sich nicht instrumentalisieren zu lassen. Zugleich warnte der Apostel davor, selbst Hierarchien aufzubauen, denn Christi Liebe kenne keine Abstufungen zwischen Menschen.
Worte des Lebens
Petrus habe bekannt: „Du hast Worte des ewigen Lebens.“ Jesus spreche Worte, die Menschen sich selbst nicht sagen könnten: dass er sie liebe, ihnen den Weg zu Gott eröffnet und durch sein Opfer Vergebung ermöglicht habe. Er schenke ihnen die Gewissheit, als Gottes Kinder keine Angst haben zu müssen, und wolle ihnen Leben geben, führte der Apostel aus. Diese Worte würden im Gottesdienst gehört und entfalteten durch den Heiligen Geist ihre Wirkung. Mit dem Bekenntnis „Du bist der Heilige Gottes“ habe Petrus erkannt, wer Jesus sei. Christus bringe sich selbst zum Opfer, um die Menschen mit Gott zu versöhnen und ihnen Erlösung zu schenken. Damit verweise das Bekenntnis zugleich auf das Heilige Abendmahl, in dem Jesu Opfer gegenwärtig werde.
Vertrauen: Glauben ohne zu sehen
Petrus habe erklärt: „Wir haben geglaubt und erkannt.“ Glauben bedeute, Jesus Christus zu vertrauen, auch ohne ihn zu sehen oder alles verstehen zu können, erläuterte Apostel Otten. Entscheidend sei die persönliche Beziehung zu Gott: Jeder Mensch dürfe sich von Gott geliebt wissen und diese Liebe erwidern. Diese Gewissheit lasse sich auch mit den Worten ausdrücken: „Ich bin von Gott geliebt. Ich bin verliebt in Gott!“ Jesus spreche Worte des ewigen Lebens und habe verheißen, wiederzukommen und die Menschen zu sich zu nehmen. Auf diese Hoffnung und die ewige Gemeinschaft mit Christus richte sich der Glaube aus.
Versiegelung - eine bewusste Entscheidung
Zwei Kleinkinder und eine Erwachsene erhielten das Sakrament der Heiligen Versiegelung. Den Eltern riet Apostel Otten, miteinander und mit den Kindern von Jesus zu sprechen. „Sagt es den Kindern: Das ist Christus, der dich lieb hat, der wiederkommt.“ Es sei eine bewusste Entscheidung, in der Erziehung nicht nur die Gaben und Persönlichkeit der Kinder zu entwickeln, sondern auch die Seele, die ewig lebe.
Ruhesetzung - ein kölsches Original geht nie so ganz
„Mit dem Herrn fang alles an“ - Dieses Lied hatte sich der scheidende Amtsträger zur Feier des Heiligen Abendmahls gewünscht. Auf dem Fundament eines festen Glaubens, das der Liedtext zum Ausdruch bringt, hatte der Diakon vor 34 Jahren sein Amt angenommen. Er habe viel für die Jugend getan, Freundschaften ermöglicht und gute Verbindungen geschaffen, würdigte der Apostel die zupackende, oft unkonventionelle „kölsche Art“ des Amtsträgers. Auch die am Rand stünden, habe er im Blick gehabt. So habe er „das Diakonenamt im eigentlichen Sinne“ ausgeführt.
Ordination ins Diakoninnenamt - Vollmacht, Segnung und Heiligung
Nach der Ruhesetzung ihres Vorgängers traten zwei neu ins Amt tretende Glaubensschwestern aus dem Team der Helfenden vor den Altar. „Wie es geht, wisst ihr jetzt“, begrüßte Apostel Otten die beiden mit Blick auf ihren Lehrmeister. Er riet ihnen, unvoreingenommen in Begegnungen zu gehen, mit dem Herzen zu dienen und als Werkzeug in Gottes Hand ihren Auftrag zu erfüllen. Dazu erhielten sie mit dem Segen die Vollmacht, Segnung und Heiligung.
Nach dem Gottesdienst hieß Gemeinde-Vorsteher Martin Moog alle Beteiligten, die am Altar eine Handlung erlebt hatten, herzlich willkommen in ihrem neuen Stand oder Amt. Dazu übergab er liebevoll ausgesuchte Präsente. Der langjährige Diakon war von seinem - einem personalisierten Fußballtrikot - so begeistert, dass er es auf der Stelle überstreifte. Fast alle Gottesdienstbesucher nutzten die Gelegenheit, ihre persönlichen Glückwünsche per Handschlag oder freudiger Umarmung auszudrücken. So führte der prall gefüllte Gottesdienst zu vielen Begegnungen und Gesprächen, die in und vor dem Kirchengebäude fortgeführt wurden.
Text: A.R., R.B. | Fotos: R.B.
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