Diesem Gottesdienst am 11.Juni.2017 lag das Bibelwort aus Lukas 3, Verse 21 und 22 zu Grunde: „Und es begab sich, als alles Volk sich taufen ließ und Jesus auch getauft worden war und betete, da tat sich der Himmel auf, und der Heilige Geist fuhr hernieder auf ihn in leiblicher Gestalt wie eine Taube, und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“ Der Vorsteher, Priester Schmidt, erläuterte der Gemeinde zunächst das Bibelwort und legte dabei einen Schwerpunkt auf die folgenden Aspekte:
Die Taufe des Johannes war eine reine Taufe zur Buße. Obwohl es Jesus nicht nötig hatte, ließ er sich dennoch taufen. Unsere Taufe, die alle Christen erlebt haben, ist mehr als ein reines Bekenntnis zur Buße.
Die Taufe Jesu war kein separates Ereignis – er ließ sich gemeinsam mit dem Volk taufen. Hier wird schon die Vereinigung des in Jesus wohnenden Göttlichen mit der Menschlichkeit des Volkes offenbar.
Im Anschluss an die Taufe betete Jesu. Immer wenn in der Bibel berichtet wird, dass Jesus betete, deutete dies auf besondere Momente hin (z. B. Erwählung der Jünger, Verklärung Jesu, Gefangennahme in Gethsemane).
Als Folge der Taufe Jesu öffnete sich der Himmel. Priester Schmidt verwies auf Matthäus 3,16, wo geschrieben steht, dass sich der Himmel ihm (Jesus) öffnete. Man dürfe sich dieses Ereignis nicht so vorstellen, dass der Himmel auf einmal frei von Wolken war; vielmehr hat Jesus bei seiner Zugang den Himmel „offen“ gesehen – vereinfacht: Er ist Gott begegnet, der in ihm wohnte.
Die Taufe mit ihrer Wirkung ist als Sakrament nicht zu erfassen, dennoch öffnet sich der Himmel für jeden getauften Christen durch die Taufe: Er erhält Zugang zu Gott.
Darauffolgend kam der Geist Gottes in Gestalt einer Taube herab und legte sich auf Jesus. Hier ist die Vereinigung zwischen Gott – Vater, Gott – Sohn und Gott – Heiliger Geist zum ersten Mal in der Bibel zu sehen. Das besondere Gedenken an diese Dreifaltigkeit feierten alle Christen an diesem Sonntag („Trinitatis“).
Zum Ende des Berichts aus der Bibel erklang die Stimme Gottes, welche die eindeutige Kindschaft Jesu bezeugte. Da Jesus als Mittler zwischen Gott und den Menschen steht, wird die Kindschaft nicht nur Jesus selbst, sondern durch die Taufe auch jedem gläubigen Christen zuteil.
Priester Schmidt zitierte noch Paulus, der dies in Römer 6, 3-5 zusammenfasst:
„Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.“
Im Hinblick auf unsere eigene Taufe fasste Priester Schmidt hier zusammen, dass wir Jesus - wie Paulus sagte - durch die Taufe angenommen haben. Dies beinhaltet u. a. die folgenden Aspekte:
Wir haben mit der Taufe die Freude Jesu angenommen. Es ist in Ordnung, dass wir uns an den Schönheiten der Welt erfreuen. Umso mehr ist es eine Aufgabe für jeden Christen, Nächstenliebe zu zeigen.
Wir haben mit der Taufe das Leid Jesu angenommen. Jesus hat viel leiden müssen, er wurde am Kreuz getötet und hat sich dennoch nur einmal im Garten Gethsemane bei Gott beklagt – und dann direkt seinen Willen unter den des Vaters gestellt. Es ist auch die Aufgabe von uns Christen, unser Leid in dem Sinne zu akzeptieren, dass Gott und nicht mehr zumutet, als wir tragen können und uns die Kraft schenkt, selbst bei großen Schicksalsschlägen weiterzumachen.
Wir haben mit der Taufe den Tod Jesu angenommen. Wir müssen akzeptieren, dass wir einmal sterben werden; dies war auch Jesus bewusst und dennoch hat er es akzeptiert. Den gläubigen Christen erwartet nach dem Tod eine unvorstellbare Schönheit bei Gott.
Wir haben mit der Taufe die Auferstehung Jesu angenommen. Die Verheißung, einmal auf Ewigkeit gemeinsam mit Gott zu Leben gilt jedem gläubigen Christen weiterhin und dies kann unser Leben heute schon bereichern.
Der Vorsteher der Gemeinde Köln-Nord, Priester Weyand, stellte in seiner Beipredigt die Frage, wie Gott uns sündige Menschen überhaupt lieben könne? Dabei wiederholte er die Worte Gottes bei der Taufe Jesu: „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen“. Priester Weyand machte deutlich, dass die Liebe Gottes grenzenlos ist und für jeden Menschen da ist.
Der gesamte Gottesdienst fand in deutscher Sprache statt und wurde Satzweise in die englische Sprache übersetzt.
Nach der Predigt erfolgte die Taufhandlung.
Heilige Wassertaufe von Godstime
Das Sakrament der Heiligen Wassertaufe ist die erste und grundlegende Gnadenmitteilung des dreieinigen Gottes an den Menschen. Sie ist Abwaschung der Erbsünde und Aufnahme in die Gemeinschaft derer, die an Jesus Christus glauben und ihn als ihren Herrn bekennen. Der dreieinige Gott öffnet dem Menschen den Weg zum Heil in Christus. Der Täufling gelobt, die Sünde zu meiden und sein Leben in der Nachfolge Christi zu führen.
Auch unmündige Kinder können das Sakrament der Heiligen Taufe empfangen. Werden Kinder getauft, bekennen die Eltern ihren Glauben an das Evangelium.
Unser Vorsteher wies darauf hin, dass die Eltern fortan die Verantwortung dafür tragen, die Bedürfnisse des Kindes zu stillen. Nicht nur die irdischen Bedürfnisse wie essen und trinken, sondern insbesondere die Bedürfnisse nach der Liebe Gottes und der Erlösung von Sünde.
Die Kindesmutter bekannte ihren Glauben an das Evangelium für Ihr Kind. Danach spendete der Gemeindevorsteher den Segen der Heiligen Wassertaufe für Godstime und begrüßte ihn als neuen Christen in der Gemeinde.
Im Anschluss an die Heilige Wassertaufe feierte die Gemeinde zusammen das Sakrament des heiligen Abendmals.
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