Auch der Monat Februar beginnt mit einem großen Fest in der Gemeinde.
Die Altardekoration ließ keine Spekulationen offen. Eine kleine Holzeisenbahn, kleine Babysöckchen, farblich abgestimmt zum Blumenschmuck des Altars und nicht zuletzt die neue Taufschale zentral vor dem Altar, zeigten, welches Sakrament heute gespendet werden sollte. Die Heilige Wassertaufe für Leia Sophie.
Dass das Bibelwort an diesem Morgen von Maria handelte, die den kleinen Jesus als Erstgeborenen im Tempel zeigte, war die Musik von Streichquartett und Chor sowohl auf die Predigt als auch gleichzeitig auf das Fest der Taufe ausgerichtet. Mit dem einfühlsam vorgetragenen"Wiegendlied" von Johannes Brahms und Humperdincks "Abendsegen" aus der Oper Hänsel und Gretel überraschte das Streichquartett die Eltern und die Gemeinde zusätzlich.
Wie bei einem "Gemeindesonntag" üblich, sprach der Vorsteher der Gemeinde zunächst die Kinder an und fragte nach ihren Lieblingsorten. Von Strand, Stern, über Worms bis Fußballplatz war ein bunter Strauss an Antworten mit dabei. Der Lieblingsort sei etwas, wo man sich wohlfühlt und immer wieder hinsehnt. Er hegte die Hoffnung, dass auch die Gemeinde ein Lieblingsort sei, da hier Gott etwas für die Seele anbietet. Es sei wie ein Geschenk. Man könne es liegen lassen oder annehmen. Auch wenn es hin und wieder "langweilig" wirke, gebe es oft etwas in der Predigt, was Fragen beantworte. "Lass dich in der lauten und schnellen Welt auf die kurze Zeit ein, in der Gott dich ansprechen möchte", so Priester Eger.
Der Tempel war zur Zeit Jesu und der ersten Christen Zentrum des heilsgeschichtlichen Geschehens. Hier wirkte Gott. "Bist du dir immer bewusst, dass du Gott hier begegnen kannst?"
Im Weiteren erläuterte der Gemeindevorsteher das Ritual hinter dem Bibelwort. Zum einen, dass der Erstgeborene im Tempel zur "Schau" gestellt wird. Er wird dem Herrn geheiligt und zum anderen das Opfer der Mutter in Form zweier Turteltauben. Die Darstellung des Kindes im Tempel sollte an die Bewahrung der Erstgeborenen des Volkes Israel in ägyptischer Gefangenschaft erinnern und das Reinigungsopfer daran, dass jeder Mensch als Sünder zur Welt kommt und es der Reinigung bedarf. Jesus ersetzte diesen Ritus später durch die Taufe mit Wasser. Wie passend für diesen Sonntag Morgen.
Priester Sottek vertiefte die Gedanken der Predigt und legte den Fokus auf den Aspekt, dass es Menschen gibt, die für ein vermeintliches Gotterleben keine Kirche brauchen. Sie suchen ihn in der Schöpfung, in der Natur. Doch die Begegnung könne dort niemals vollumfänglich sein, da hier keine Sakramente zu finden seien. Er verwies auf das Vorbild der ersten Christen:"Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet." (Apg 20,7)
In der Vorbereitung auf Sündenvergebung und Heiliges Abendmahl ging Priesterin Ryll-Gerber auf die eingangs erwähnte Spielzeuglokomotive ein und führte aus: "Der Zug ist noch nicht abgefahren". Er fährt für die kleine Leia Sophie gerade erst los. Es ist ein voller Zug getaufter Christen, die das gleiche Ziel haben: Gemeinschaft mit Gott. Für Leia ist ein Platz reserviert. Zunächst einmal im Familienabteil, später entscheide sie selber, wie es weitergeht. Als Proviant gibt es das Heilige Abendmahl - den Energieriegel für die Seele,
Es gibt natürlich auch Regeln für die Reise: Wer aus dem fahrenden Zug aussteigen will, tut sich sicher weh. Steigt man in einem Bahnhof nach einer Pause in einen falschen Zug, muss man den Zugbegleiter- Jesus - suchen. Er führt einen zum Zug der Vergebung, der unmittelbar wieder zum richtigen Zug führt. Das Ticket hierfür ist längst bezahlt und immer gültig.
Vor der Feier des Heiligen Abendmahles versammelten sich die Eltern mit ihrer Tochter und dem Gemeindevorsteher rund um die Taufschale, die vor dem Altar aufgebaut war. In seiner Ansprache an die kleine Familie ging Priester Eger auf das Taufwort aus Lukas 3, 21 ein: "Und es begab sich, als alles Volk sich taufen ließ und Jesus auch getauft worden war und betete, da tat sich der Himmel auf" . Jesus zeigte durch seine Taufe, die eigentlich nicht erforderlich gewesen wäre, den Menschen den Weg. Er betete und es geschah wie Magie: Der Himmel tat sich auf. Er wünschte sich, dass diese Magie erhalten bliebe. Daher wird die Taufschale auch in der Kirche dauerhaft sichtbar erhalten bleiben, damit immer eine Tauferinnerung möglich sei. Als Zeichen, dass der Gläubige von Gott geliebt sei und Jesu Anteil an dem Heilswirken Gottes gibt.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahles und dem Schlussegen setzten die Kinder der Gemeinde den musikalischen Schlusspunkt, bevor es zur Gratulation und dem gemeinsamen Brunchen in den unteren Bereich der Kirche ging.
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.
