Die Besucher staunten nicht schlecht, als sie am Vorabend des Reformationstages in der Gemeinde Köln-Mitte von Luther höchstpersönlich begrüßt wurden.
Ab 18:00 Uhr hatte die Luther-Ausstellung im Foyer der Kirche geöffnet. Hier wurde auf 12 Plakaten aus dem Leben Luthers und aus der Geschichte der Reformation berichtet. Viele Fragen wurden von dem Gemeindevorsteher Alfred Krempf gerne und kompetent beantwortet.
Um 19:00 Uhr startete dann der Luther-Abend. Eröffnet wurde er von festlichen Orgelklängen, als Björn-Daniel reich den Choral „Ein feste Burg“ ist unser Gott“ spielte. Die Orgeltöne waren gerade verklungen da wandte sich wieder Alfred Krempf an die Besucher. In eindrucksvollen Worten versuchte er die Situation nachzustellen, als Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg heftete.
Um den Besuchern einen Eindruck zu vermitteln, was die Reformation für die Menschen vor 500 Jahren bedeutet hatte, wurde nun der Kurzfilm der evangelischen Kirche „Reformation für Einsteiger“ vorgeführt.
Der Hauptteil des Abends beschäftigte sich mit der Frage, welche Faktoren der Reformation zu ihrem ungeahnten Erfolg verhalfen. Wenn man an ihren Auftakt im weltabgeschiedenen Wittenberg, einer gerade gegründeten Universität im heutigen Sachsen-Anhalt, damals zum Kurfürstentum Sachsen gehörend, durch einen einfachen Mönch ins Leben denkt, dann ist der Erfolg anscheinend nur schwer zu erklären.
Ein Erfolgsfaktor war die Musik. Hiervon berichtete der Organist am Beispiel des Chorals „Ein feste Burg“ der dann auch gemeinsam gesungen wurde. Luther verstand es, erstmals deutsche Texte mit eingängigen Melodien zur Kirchenmusik zu machen.
Ohne den wenige Jahrzehnte zuvor erfundenen Buchdruck wären Luthers Schriften und Flugblätter nicht so rasend schnell in Umlauf gekommen. Besonders die von ihm und seinem Team ins Deutsche überlieferte Bibel war nun für viele Familien erschwinglich.
Und nicht zu vergessen sind auch die Lutherbilder, die den Reformator überall in Deutschland bekannt machten. Der bekannte Maler Cranach, mit Luthers Familie befreundet und der Reformation zugetan, fertigte selbst und in seiner Malschule unzählige Portraits Luthers an, die dieser selbst signierte und in Umlauf brachte – gewissermaßen der Vorläufer heutiger Autogrammkarten
Nicht vergessen werden darf dabei auch Katharina von Bora, die Frau an seiner Seite, von ihm liebevoll min Herr Käthe genannt. Sie war eine sehr erfolgreiche Geschäftsfrau und nahm Luther alle Arbeiten des täglichen Lebens ab.
Alfred Krempf
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