Anlässlich des bevorstehenden Gottesdienstes zu Erntedank führte die Redaktion ein Interview mit Priester Dominik Eger
Wir sprachen mit Priester Dominik Eger, Gemeindevorsteher der Neuapostolischen Gemeinde in Frechen:
Was steckt hinter der eingangs erwähnten „Kürbisplakat-Aktion“ ?
Pr.: Eger: Die Plakataktion mit den fröhlichen Kürbissen, der Wiedererkennungswert und die positive Resonanz darauf hat sich in den vergangenen Jahren bewährt. Seit 2009 umrahmt dieses Motiv das Erntedankfest der Neuapostolischen Kirche West-Deutschland in NRW. Hinter der Aktion steckt zum einen, Interesse und Aufmerksamkeit für unsere Kirche zu wecken, aber vor allem auch auf die Schöpfung und den bewussten Umgang mit dieser hinzuweisen. Der Erntedanktag soll das Wunder der göttlichen Schöpfung wieder ins Bewusstsein rufen und daran erinnern, dass wir letztlich alles aus der Hand Gottes empfangen haben. Dazu passt sehr gut, dass Kürbisse in tropischen Mittel- und Südamerika schon immer ein Grundnahrungsmittel waren.
Nun hört man in diesem Jahr in den Medien, dass die Ernte nach dem heißen und trockenen Sommer vielerorts aus Kostengründen gar nicht mehr eingeholt wird bzw. sie so gering ausfällt, dass die finanzielle Unterstützung des Staates eingefordert wird.
Wie passt das zusammen?
Pr.: Eger: Unser Leben wird auch heute noch von Aussaat und Ernte bestimmt. Gott hat alles in unsere Erde hineingelegt. Gerade in unserem Land, wo alles in den Supermärkten zu kaufen ist, hat sich einiges im Bewusstsein der Menschen verschoben. Ds Erntedankfest will uns daran erinnern, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, immer gefüllte Teller zu haben und im Wohlstand zu leben. Auch in unserem Breiten gibt es Einflüsse, die der einzelne Mensch nicht unter seiner Kontrolle hat (Stichwort: Klimaveränderung, Umweltverschmutzung,…), aber sehr wohl zum Teil beeinflussen kann. Nicht umsonst befassen sich viele Initiativen mit der Zukunft unseres Planeten und rufen zu mehr Schöpfungsverantwortung auf. Die Bibel spricht davon, dass der Mensch sich die Erde untertan machen und darüber herrschen soll. Damit meint sie die Erde bewahren, im Sinne einer Fürsorge und eben nicht wahllos mit ihr umzugehen.
Der Ruf nach finanzieller Unterstützung ist sicherlich in einigen Fällen berechtigt, insbesondere wenn die Schäden existenzbedrohend sind. Aber müssen wir nicht alle darüber nachdenken, ob etwas weniger Profit zugunsten eines umweltbewussten und verantwortungsvollen Umgangs mit der Natur mehr Sicherheit für unsere Zukunft bringen kann?
Global gesehen sterben jeden Tag viele Menschen an Hunger in Folge von Dürre und Überschwemmungen. An Ernte ist hier oft gar nicht zu denken.
Wir lesen aber auch Statistiken, wo nach es auch in unserem Land immer mehr versteckte Armut gibt. Kinder werden von Ihren Eltern ohne ein Schulbrot zur Schule geschickt, Senioren schämen sich häufig fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen und können sich den Einkauf im Supermarkt häufig nur noch bedingt leisten.
Ist hier die Aufforderung „Gott zu Danken“ nicht vermessen ?
P.:r Eger: Die erste Frage, die sich mir stellt bzw. die wir als Menschen beantworten müssen ist, „Warum haben wir zu viel Ich und zu wenig Wir?“. In einem hoch technologisiertem Land wie Deutschland ist es erschreckend, dass gerade hier nicht alle Einwohner genug haben. Die Kluft zwischen arm und reich wird auch bei uns immer größer. Aber vielleicht ist es gerade jetzt an der Zeit, sich an seine Wurzeln zu erinnern? Gerade dann, wenn wir nicht so viel von einem bestimmten Gut haben. Gott ist der Schöpfer, Gott macht Leben erst möglich. Ob ich nun viel oder wenig habe, ich bin immer auf Gott angewiesen. Es könnten alle satt werden, aber leider ist das Problem in unserer Welt eher ein Problem der Verteilung. Wer schon hat, der will immer mehr und wer nichts hat, ist auf Unterstützung angewiesen. Dabei möchte sich der, der wenig hat, nicht einfach nur etwas schenken lassen, aber manchmal ist gerade dieser Mensch auf unsere Hilfe angewiesen. Wie sieht unsere Hilfe heute aus? Wir haben immer die Möglichkeiten zu spenden und ein Auge auf unseren Mitmenschen zu haben. Die Tafeln in vielen Städten gehen hier mit sehr gutem Beispiel voran. Initiativen an Schulen gehen in dieselbe Richtung. Egal wie mein Leben verläuft, Gott gebührt immer Dank, für Alles und jedes Detail auf dieser Erde. Es ist alles vom Schöpfer zur Verfügung gestellt worden. Nur, was machen wir als Menschen daraus?
Was konkret passiert am Erntedanktag (07. Oktober 2018) in Ihrer Gemeinde ?
Herr Eger: Wir bieten ein buntes Programm für Jung und Alt an. Über Besinnliches zum Erntedankfest, gemeinsames Essen und Trinken im Anschluss an den Gottesdienst und einem sozialen Aspekt (Spendenaktion für die „Tafel Frechen“), welchem eine Gemeinde Jesu Christi immer nachkommen sollte.
21. September 2018
Text:
D.W.
Fotos:
S.K.
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.
